Denk- und Handlungsfehler Teil III – Maßnahmen zur Vermeidung

Nahezu jeder von uns wird hin und wieder das Opfer von Denk- und Handlungsfehlern. Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse zu der man gelangen muss um Fallstricke im Berufsleben, im Studium oder im Alltag erkennen zu können. Im dritten Teil meiner Beitragsreihe möchte ich einige Lösungsansätze vorstellen mithilfe derer es einfacher wird den Hindernissen, mit denen man sich im Leben umgibt, zu entkommen.

Ich habe im ersten Teil meiner Trilogie über solche Phänomene wie den „Rumpelstilzchen-Effekt“, das „thematische Vagabundieren“ oder das „ballistische Entscheidungsverhalten“ berichtet. Im zweiten Teil habe ich einige mögliche Ursachen für diese Fehler vorgestellt. Darunter waren zum Beispiel die häufig zu große Komplexität von Aufgaben, die Eigendynamik von Prozessen oder schlicht die Intransparenz einiger Situationen zu nennen. Alle diese Phänomene zusammen mit ihren Ursachen müssen zuerst erkannt werden um anschließend mit Hilfe verschiedener Techniken auf das Minimum reduziert zu werden.

Einige Maßnahmen zur Vermeidung/Reduzierung von Denkfehlern möchte ich an dieser Stelle vorstellen.

 Dem weht kein Wind, der keinen Hafen hat, nach dem er segelt.

Zielsetzung: Wie der französische Schriftsteller und Philosoph Michel de Montaigne im oben genannten Zitat andeutet, ist zielloses Umherirren wenig bis gar nicht effektiv. Deshalb sollte jedes Vorhaben mit der Zielsetzung beginnen. Dabei ist darauf zu achten, dass Ziele so wenig abstrakt wie möglich formuliert werden. Vorhaben wie „Alles soll besser werden“ bringen einem in der Regel nicht weit. Konkrete Ziele wie „Der Umsatz mit Produkt X soll im Zeitraum Y um Z% gesteigert werden“ geben einem eine genaue Richtung an.

Informationssammlung: Ist das Ziel erst mal bekannt, sollte man sich auf die Beschaffung von Informationen konzentrieren. Die Informationen sollten der „Zielrealität“ entsprechen und möglichst eine Hintergrundkontrolle ermöglichen. Gefährliche Situationen dürfen zwar unerwartet jedoch nie unvorhersehbar kommen. Viele Menschen machen jedoch hierbei einen entscheidenden Fehler. Sie suchen nach der Aufstellung einer Hypothese, bevorzugt nach bestätigenden Informationen und blenden wiedersprechende Signale einfach aus. Dadurch kann ein verzerrtes Bild der Realität entstehen wodurch man zum Opfer seiner Vorurteile wird.

Modellbildung: Die Informationssammlung dient auch der Modellbildung. Die gesammelten Informationen sollten zu einem Gesamtbild, ähnlich eines Puzzles, zusammengefügt werden. Bleibt es bei „Puzzleteilen“ ist die Betrachtung des Gesamtbildes unmöglich. Dadurch können etwaige Folgen oder Nebenwirkungen der Handlung wenig bis gar nicht abgeschätzt werden. Erst durch die Modellbildung, die unter Berücksichtigung aller Faktoren geschieht, ist eine vernünftige Planung sowie die vorsichtige Aufstellung von Prognosen möglich.

Planen ist der Entwurf neuer Handlungswege, die Vorbereitung von Entscheidungen und Maßnahmen. Planen ist die Synthese eines Weges durch ein Labyrinth von Möglichkeiten hin zum erwünschten Ziel.(Schaub, 2006)

Planung: Beim Planen gibt es viele verschiedene Strategien. Ein Plan sollte sowohl in der Erfüllung des Zieles enden, als auch eine Karte bieten, für den Weg der dahin beschritten werden muss. Typischer Fehler hierbei ist gar nicht erst zu planen, sondern sich immer nur „Durchzuwursteln“. Leider wird in der Praxis viel zu selten tatsächlich geplant. Die rationale Planung und Entscheidung übersteigt in der Regel die Problemlösungskapazitäten des Menschen. Sie berücksichtigt nicht die Ungenauigkeit der Informationen, dass sich die Ergebnisse und Werte gegenseitig beeinflussen können oder die Schwierigkeit der Bewertung oder Beurteilung von Problemen. Somit bleibt es für viele nur beim bereits genannten „Durchwursteln“.

Effektkontrolle: Die Umsetzung einer Maßnahme ist nicht mit dem Erfolg dessen gleichzusetzen. Nur weil man einen Plan in die Tat umsetzen will heißt es noch lange nicht, dass die damit verbundenen Ziele auch erreicht werden. Vielmehr ist es von essentieller Bedeutung die zum Teil sogar sehr langwierigen Effekte der Handlung zu verfolgen und zu kontrollieren. Es müssen gegebenenfalls geeignete Anpassungen vorgenommen werden und es müssen manchmal sogar die Ziele neu ausgerichtet werden. Häufig führen Problemlöser die Kontrollen nur eingeschränkt durch, indem sie beispielsweiße nur die Gründe für den Erfolg, aber nicht die für den Misserfolg suchen. Bei der Effektkontrolle ist es jedoch wichtig Informationen über den Erfolg oder Misserfolg des eigenen Handelns zu erkennen. Was wurde gut gemacht, wo sind Mängel feststellbar? Aus der Analyse des Verlaufs sollen Schlüsse über den weiteren Verlauf der Handlung gezogen werden.

 Du kannst Fehler erst dann ausmerzen, wenn du sie erkennst.

Selbstreflexion: Sich selbst kritisch zu hinterfragen steht bei den meisten Menschen nicht auf der täglichen „to do“ Liste. Erst recht nicht bei erzielten Erfolgen. Aus diesem Grund trägt Erfolg oft die Wurzel des Misserfolgs in sich. Menschen neigen oft zum sogenannten „Fundamentalen Attributionsfehler“. Dieser besagt, dass wir den Grund für Erfolg bei uns selbst sehen, den für Misserfolg aber der Situation, den Umständen oder anderen Menschen zuschreiben. Aufgrund dieser Verzerrung können oft die größten Erfolge im Laufe der Zeit zu Misserfolgen führen. Zudem bleiben Menschen nach Erfolgen häufig in der „Confort Zone“. Soll heißen, man wird konservativ und wendet immer wieder die gleichen erfolgreichen Methoden an. Schließlich hat es ja schon mal funktioniert. Es ist deshalb von herausragender Bedeutung festzustellen wodurch die Erfolge erzielt werden. Die Fähigkeit sich mit sich selbst, seinen Fähigkeiten, seiner Arbeit und seiner eigenen Umwelt kritisch auseinander zu setzen gehört zu einer der wichtigsten Eigenschaften eines bewusst Handelnden.

Alle oben genannten Maßnahmen können in unterschiedlichen Abstufungen praktiziert werden. Eines ist dabei sicher: Je bewusster man an die Sache heran geht, je präziser man untersucht, je genauer man plant, je öfter man den Fort-/Rückschritt evaluiert und je kritischer man sich selbst in Beziehung zu alledem betrachtet, desto größer sind die Chancen Erfolge zu erzielen.

Das Motto lautet: BEWUSST ERLEBEN.

Bis bald.

Quelle: Handbuch der Allgemeinen Psychologie – Kognition(Funke und Frensch, 2006)

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Denk- und Handlungsfehler Teil zwei: Die Ursachen

Im Teil eins meines Beitrages über Denk- und Handlungsfehler beschrieb ich die Anzeichen anhand derer man beurteilen kann ob jemand möglicherweise ein Opfer seiner Fehlurteile ist. In diesem Teil möchte ich mögliche Gründe für diese Entwicklung vorstellen.  Einige der Ursachen werden immer wieder in der Literatur genannt.

Komplexität. Autofahren und telefonieren ist zusammen ganz schön gefährlich. Aus diesem Grund sollten wir nur eins nach dem anderen machen. Genauso verhält es sich mit komplexen Problemen. Viele Aufgaben besitzen eine große Anzahl von Variablen die alle wichtig sind und beachtet werden müssen. Da sich allerdings bei begrenzter Zeit nicht alle Variablen beachten lassen, sollte der Problemlösende in der Lage sein auszuwählen und Schwerpunkte zu bilden. Einige Problemlösefehler resultieren aus dem inadäquaten Umgang mit der Schwerpunktbildung.

Vernetztheit. Die meisten Variablen in einem Problemprozess beeinflussen sich gegenseitig. Stellen sie sich vor sie würden einen mit Wasser gefüllten Luftballon an einer Stelle drücken. Das Wasser im Inneren gerät bis auf die gegenüberliegende Seite in Bewegung. Es ist unmöglich nur ein Molekül in Bewegung zu versetzen. Ebenso verhält es sich mit komplexen Problemen. Drückt man an einer Stelle, versetzt man an einer anderen Stelle etwas anderes in Bewegung. Mögliche Problem- und Denkfehler resultieren aus dem Nichtbeachten von Neben- und Fernwirkungen und dem ausschließlichen Berücksichtigen der Hauptwirkung.(von der Weeth, 1990)

Dynamik. Ein eigendynamisches System verändert sich bisweilen von selbst. Die Dynamik ergibt sich aus der Vernetztheit und Rückkopplung von negativen und positiven Variablen. Beachtet man dies nicht, wird man dazu verleitet keine oder gar falsche Prognosen zu erstellen wodurch die Fehlentwicklungen viel zu spät erkannt werden.

Aus den Augen, aus dem Sinn. Was man nicht sieht droht nicht beachtet zu werden.

Intransparenz. Viele Probleme sind so komplex, dass man diese nicht komplett überblicken kann. Der Problemlöser muss in der Lage sein, sich ein Model der Situation zu bilden und ist auf die Verwendung von Indikatoren angewiesen. Denkfehler resultieren aus der Verwendung falscher Indikatoren oder zu stark simplifizierter Modelle.(Ossimitz, 2000)

Polytelie. Die meisten Handlungen sind nicht auf ein einziges Ziel ausgerichtet. Viele Vorhaben verfolgen mehrere verschiedene Ziele die sich nicht selten wiedersprechen. In solchen Situationen ist es notwendig Hierarchien zu bilden. Zudem kommt, dass Ziele in komplexen Situationen häufig nicht exakt definiert sondern nur vage benannt werden können. Vorhaben wie z.B. etwas solle besser, schneller oder günstiger werden sind meistens alles andere als konkret. Wie dieses besser, schneller oder günstiger erreicht werden soll ist häufig unklar. Probleme entstehen dann, wenn der Handelnde nicht in der Lage ist seine Ziele zu konkretisieren und Teil und Zwischenziele zu bilden. Ebenso sollte man in der Lage sein Zielwiedersprüche und -Inkompatibilitäten zu erkennen.

Neuartigkeit. Viele Situationen sind für den Problemlöser zumindest zum Teil neuartig. Aus dieser Neuartigkeit ergibt sich die Notwendigkeit zur Erkundung, Hypothesenbildung und zur Exploration. Problemlösefehler ergeben sich aus dem Nichterkennen der Neuartigkeit und aus einer reduzierten Hypothesenbildung.

Hinzu kommen eine Vielzahl an Handlungsfehler die einem das Lösen von Vorhaben nicht einfach machen. Hierzu zählt z.B. das offene formulieren von Zielen.

Nächstes Jahr soll in der Firma alles besser werden.

Na vielen Dank. Was ist “alles” und was bedeutet “besser”? Soll das Unternehmen ein größerer Gewinn erzielen oder bessere Löhne bezahlen? Soll Innovation voran getrieben werden oder die alten “Cash Cows” besser gemolken werden? Soll die Firma größer oder kleiner werden? Die wenigen Fragen zeigen bereits was eine ungenaue Formulierung ausrichten kann.

Zudem kommt es häufig vor, dass einige Menschen einfach drauflos “wursteln”. Es findet überhaupt keine Zielbildung statt. Es wird ständig “Feuerwehr” gespielt wobei nur die dringenden jedoch nicht die wichtigen Ziele umgesetzt werden. Hierbei ist die Gefahr besonders groß, dass man Ziele bearbeitet die sich eigentlich wiedersprechen. Dies stellt man allerdings nur in der “Vogelperspektive” fest.

Sollte der Handelnde dazu noch nach der Erfolgswahrscheinlichkeit aussortieren und nur die Probleme bearbeiten bei der er Gewissheit hat, diese lösen zu können, ist die Schieflage nicht mehr weit entfernt.

Die oben genannten Punkte zeigen, dass Führungskräfte im Unternehmen besonders gefragt sind. Einerseits müssen sie sich ständig selbst reflektieren um gewährleisten zu können, dass sie nicht Opfer dieser Fehler werden. Andererseits müssen sie ständig bei den Mitarbeitern und Kollegen nach den Anzeichen Ausschau halten um diese gegebenenfalls darauf hinweisen zu können. Wie einem das gelingt möchte ich im letzten Teil meiner Reihe, dem dritten Teil: Maßnahmen zur Vermeidung von Denk- und Handlungsfehlern, vorstellen.

Bis dann.

(Quelle: Handbuch der Allgemeinen Psychologie – Kognition, Funke und Frensch 2006)

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Der “Rumpelstilzchen-Effekt”

Denk- und Handlungsfehler. Teil eins: Der “Rumpelstilzchen-Effekt”.

“Heute brau´ich, morgen back´ich, übermorgen hol´ich der Königin ihr Kind”.

Was den Protagonisten im Märchen passiert kann auch jedem im Alltag oder im Büro passieren. Menschen haben einen ausgeprägten Hang zum ungerechtfertigten Planungsoptimismus, sie neigen dazu dem “Rumpelstilzchen-Effekt” zu verfallen. Viele Planer nehmen jeweils den günstigen Verlauf an und blenden mögliche Störungen einfach aus. Diesen Effekt bezeichnete schon General Klausewitz, ein Analytiker militärischer Kriegsführung, im seinen Buch “Vom Kriege” (1832) als das nichtbeachten von Friktionen(Umwegbarkeiten).

Die meisten Probleme im Unternehmen sind selbstgemacht. Fehlentscheidungen werden auf allen Ebenen gemacht. Die Konsequenzen des Fehlhandelns steigen natürlich mit der Höhe der Verantwortungsebene. Auf höchster Managementebene sind Fehlprognosen- und Entscheidungen mitunter fatal. Wer es schafft die Zeichen zu erkennen hat gute Chancen die richtigen Weichen im Unternehmen zu stellen. Einige dieser Anzeichen möchte ich gerne hier vorstellen.

Thematisches Vagabundieren. Viele Entscheider verfallen diesem Effekt. Sie wechseln schnell zwischen verschiedenen Problembereichen ohne die Probleme wirklich gelöst zu haben. Es werden viele Themen angegangen, nichts zu ende gebracht. Durch den Aktionismus wird dem Entscheider selbst aber auch den Kollegen und/oder Vorgesetzten Handlungs- und Entscheidungskompetenz vorgegaukelt.

Ballistisches Entscheidungsverhalten. Häufig geschieht Handeln unter der Maxime ” Aus den Augen, aus dem Sinn”. Dieses “fire and forget” Verhalten führt dazu, dass viele Entscheidungen, ganz wie Gewehrkugeln die abgefeuert wurden, nicht mehr kontrolliert werden können. Die meisten Prozesse sind viel zu vielfältig als das sie mit nur einer Entscheidung und ganz ohne Kontrolle ins Schwarze treffen. Viele dieser Entscheidungen kommen entweder gar nicht an, kommen nur in einer veränderten Form an, oder versanden im Hierarchie- und Kompetenzdschungel.

Einkapselung.  Für alle Beteiligten ist komplexes Handeln ständig mit neuen Problemen und Schwierigkeiten verbunden und ist gekennzeichnet durch Misserfolge, Pannen und Enttäuschungen. Es ist daher kaum verwunderlich, dass einige Protagonisten sich durch Einkapseln in der eigenen “Confort-Zone” von der Realität abwenden. Der frustrierte Protagonist trifft die Entscheidungen nicht mehr nach Wichtigkeit und Dringlichkeit, sondern nach der eigenen Bewältigungsfähigkeit und somit nach der Erfolgswahrscheinlichkeit aus. Er macht also was er kann und nicht war er machen sollte.

Dogmatische Verschanzung. Die Welt verhält sich oft nicht so, wie dies der Entscheider meint oder hofft. Diskrepanzen zwischen dem eigenen inneren Modell der Welt und der Welt selbst können von Menschen auf verschiedene Weisen verringert werden. Zu diesem Zweck kann der Entscheider sein inneres Konzept der Welt anpassen. Dies geschiet durch lernen. Hierbei müssen Meinungen angepasst oder neu überdacht werden, man ist gezwungen Fehler zuzugeben. All dies könnte mangelnde Kompetenz bedeuten was man vor sich und der Umwelt zugeben müsste. Häufig ist es einfacher sich die eigene Wahrheit zu definieren und Dogmen aufzustellen.

“Die Welt ist eine Scheibe”

Die Sache ist so, wie ich sie sehe, und damit Schluss! Wer eine andere Meinung als ich hat, ist gegen mich. Wer so handelt verschließt die Augen vor der Realität.

Dies sind nur einige der mannigfaltigen Anzeichen an denen man erkennen kann, dass eine Fehlentwicklung im Unternehmen, im Studium oder im Alltag statt findet. Wie ich eingangs erwähnt habe, muss um eine Korrektur einleiten zu können, zunächst erkannt werden, um welche Art Fehlentwicklung es sich handelt und man muss verstehen wo die Ursachen liegen. Diese möchte ich im Teil zwei vorstellen.

Bis bald.

 

Quelle:Handbuch der Psychologie – Kognition(Funke, Frensch 2006)

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Wer schreibt, der Bleibt!

Kennen Sie das? Ein Kunde ruft an und möchte Ihnen einen wichtigen Auftrag erteilen. Hierzu müssen natürlich allerlei Details festgehalten werden. Sie sind mitten im Gespräch als Ihnen jemand auf die Schulter tippt. Sie versuchen dem Kollegen/der Kollegin verständlich zu machen, dass es gerade total unpassend ist. Kein Problem, er/sie wartet. Nachdem Sie aufgelegt haben werden Sie mit Fragen oder neuen Informationen bombardiert. Endlich haben sie es hinter sich und der Kollege/die Kollegin zieht wieder von dannen. Aber war da nicht noch etwas!? Wie waren die Details zum telefonischen Auftrag nochmal? Mist, hätten Sie doch nur mitgeschrieben. Die Peinlichkeit eines Rückrufs wäre Ihnen erspart geblieben.

Ich erlebe es täglich im Büro, dass Kollegen während Telefongesprächen oder sogar während eines Meetings nichts notieren. Schon erstaunlich wenn man die psychologischen Erkenntnisse bezüglich Aufmerksamkeit und Kurzzeitgedächtnis betrachtet.

“The magical number seven, plus or minus two”

Das Kurzzeitgedächtnis ist ein Gedächtnissystem, das kurzfristig eine geringe Menge von Informationen speichern und weiterberarbeiten kann (Städtler 2003). Die Grenzen unseres Kurzzeitgedächtnisses wurden im Jahr 1956 vom Psychologen George A.Miller auf sieben plus/minus zwei sog. “chunks” beziffert. Der Begriff Chunking wird etwa mit “Bündelung” frei übersetzt. Nach Millers Theorie ist das Kurzzeitgedächtnis zeitlich und inhaltlich (mengenmäßig) begrenzt. Betrachtet man dazu noch den sog. Recency-Effekt, nachdem die zuletzt dargebotenen Reize besser erinnert werden als die zuvor, wird das Kurzzeitgedächtnis auf nur noch max. drei chunks beziffert. Ziemlich wenig wenn man bedenkt wie viel Informationen im Berufsalltag auf uns einwirken. Wer unter diesen Umständen glaubt ohne Stift und Papier zurecht kommen zu können ist schlichtweg naiv.

Nicht nur das Gedächtnis sondern auch die Aufmerksamkeit ist begrenzt. Diese wird auf einen Sachverhalt, einen Prozess oder einen bestimmten Reiz gelenkt (fokussiert). Die weiteren Reize passieren nicht, oder nur in geringem Umfang die Aufmerksamkeitsfilter wodurch zum Teil wichtige Informationen verloren gehen können. Hinzu kommt, dass die Veridikalität (die Annahme, dass das wahrgenommene auch tatsächlich wahr ist) die im Alltag als selbstverständlich angesehen wird, oft durch Sinnestäuschungen Lügen gestraft wird.

“Ob Notebook, Tischkalender oder einfach nur ein Schreibblock, alles ist erlaubt was der Sache dienlich ist”

Wie man schreibt ist egal. Jede Methode und jedes Hilfsmittel ist erlaubt solange es zum Ziel führt. Viele meiner Kollegen benutzen einen einfachen Schreibblock den die Firma zur Verfügung stellt. Andere haben stets ihr Tablett parat. Wiederum andere haben ein Sammelsurium an Haft- und Notizzettel auf dem Schreibtisch verstreut.Ich habe für mich eine Mischung aus Schreibblock und Notebook entdeckt. Während Telefongesprächen kritzle ich meistens Schlagworte und kurze Notizen in mein Schreibheft. Für ausführlichere Aufgaben oder Gespräche habe ich ständig mein Notebook parat. Ganz egal wie oder wo, wichtig ist das man schreibt und zwar IMMER! Schauen Sie, dass Sie Ihr Schreibustensil immer parat haben und nicht erst lange danach suchen müssen. Schreiben Sie beim telefonieren, schreiben Sie im Meeting und schreiben Sie vor allem was Ihr Chef zwischen “Tür und Angel” mitteilt oder anordnet, es wird Ihnen immer helfen. Oder wie ein chinesisches Sprichwort es ausdrückt:

“Die blasseste Tinte ist besser als das beste Gedächtnis”

 

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Lerne deine inneren Saboteure kennen!

“Ich bin absolut, unheimlich und vollkommen großartig”

Nein, ich habe nicht den Verstand verloren. Mit diesen Worten fägt ein sehr bewegender Vortrag von Prof. Shirzad Chamine an der Stanford Universität an.

Er gesteht gleich im Anschluss, dass er völlig davon überzeugt ist, dass seine Zuschauer es ebenfalls sind, dass die meisten jedoch sich dessen nicht bewusst sind. Dies hat er im Laufe seiner Studien an der Universität Stanford in den USA festgestellt. Demnach werden 80% der Menschen von inneren “Saboteuren” beeinflusst und finden nicht mehr zur inneren Mitte.

Nach Chamine findet in unseren Köpfen ein ständiger Kampf zwischen den von dem “Überlebens-Hirn” gesteuerten Saboteuren und der von dem “Intelligenzhirn” gesteuerten inneren Weisheit, statt. Die Saboteure, u.a. “der Richter”, “der Vermeider”, oder “der Ruheloße” haben viel zu oft die Überhand und kontrollieren den Umgang mit sich selbst und den anderen.

“Ich habe entsetzliche Angst davor, als Leiter meines Betriebs zu versagen”

Im Rahmen eines Seminars mit mehr als 100 CEO´s und Managern hat Chamine die Teilnehmer gebeten anonym einen persönlichen Gedanken aufzuschreiben den sie noch nie zuvor jemandem verraten hatten. Einige Gedanken die Chamine vorgelesen hat, haben mich zutiefst bewegt. Darunter fielen z.B. “ich habe entsetzliche Angst davor, als Leiter meines Betriebs zu versagen”, “ich fühle mich sehr traurig und einsam und die Antidepressiva die ich nehme scheinen nicht zu wirken” oder “meine Aura des Selbstvertrauens ist falsch” und zuletzt “ich habe Angst davor wie mein Vater zu enden der ungeliebt ist und alleine sterben wird”.

“Zuerst die Saboteure auf frischer Tat ertappen”

Bevor die Saboteure geschwächt werden können, muss man diese auf frischer Tat ertappen. Erst wenn wir unseren ganz persönlichen Saboteuren bewusst sind, können wir diese auch bewusst bekämpfen. Es ist schließlich ein großer Unterschied ob man “Ich werde versagen” oder “mein furchtbar pessimistischer Saboteur sagt mir, ich werde versagen” denkt.

Die effektivste Waffe gegen die Saboteure ist, nach Chamine, das was er als “innere Weisheit” (engl. Sage) bezeichnet. Diese kann man mit Hilfe einfacher Hilfsmittel stärken. Darunter fällt das ganz bewusste Wahrnehmen der eigenen Sinne. Die sog. innere Weisheit besteht aus fünf Kräften. Diese sind: Empathie, Neugier, Innovation, Steuerung und Belebung. Diese Kräfte sind in jedem Kind vorhanden, werden bei vielen von uns im Laufe des Lebens durch die Saboteure verschleiert. Diese wieder zu befreien ist die einzige Art die inneren Saboteure unter Kontrolle zu bekommen.

Ich teile die Überzeugungen von Shirzad Chamine und habe mit seiner Hilfe einige meiner eigenen Saboteure entdeckt. Meine Familie hat sich für mich als das richtige Mittel gegen diese bewährt.

Entdecken Sie ihre Saboteure und befreien sie sich davon um künftig wieder “frei denken” zu können. Ich bin überzeugt davon, dass das verlinkte Video sowie Chamine´s Buch “Positive Intelligence” Ihnen dabei eine große Hilfe sein wird.

 

https://www.youtube.com/watch?v=-zdJ1ubvoXs

 

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Das Modell der vier Ohren

Welcher Kommunikationstyp sind Sie?

 

Wir haben als Führungskräfte im Berufsalltag mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Charakteren zu tun. Die richtigen Worte und den richtigen Tenor für jede Persönlichkeit zu finden ist ein Teil der großen Kunst der Menschenführung. Hierzu kann das Modell der vier Ohren eine große Hilfe sein.

„Wahrnehmung ist nicht gleich Wirklichkeit“

Es ist wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass es große Diskrepanzen gibt zwischen dem was man sendet und dem was das Gegenüber empfängt. Menschen sind keine Weiterleitungsautomaten die Daten im unverarbeitetem Zustand wiedergeben. Vielmehr findet in jedem Menschen eine Verarbeitung des Inputs statt. Diesen Prozess bezeichnen Psychologen als ,top-down“ processing. Die Verarbeitung wird immer von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Hierunter fallen z.B. der jeweilige Kenntnisstand, die Stimmung, die Beziehung zum Sender oder die Situation selbst. Sobald man sich dieser Tatsache bewusst ist, kann mit mithilfe des vier-Ohrenmodells eine schnelle und übersichtliche Klassifizierung der Menschen vornehmen mit denen man kommunizieren möchte.

Welche Kommunikationstypen gib es?

Der Sprecher (Sender) teilt mit:

mit dem Sachmund:

sachliche Informationen, wie ist der

Sachverhalt zu verstehen.

mit dem Appellmund:

Was soll der andere tun, denken oder

fühlen. Was vom anderen erwartet wird.

mit dem Beziehungsmund:

wie er zu den anderen steht, ob er ihn

akzeptiert, wertschätzt, liebt, missachtet,

abwertet, ob er sich ihm über-/unterlgen

/gleichrangig   fühlt.

mit dem Selbstkundgabemund:

was er für einer ist, was mit ihm los ist, in

welcher seelischen Verfassung er sich im

Moment befindet. (A. Katzer 2014)

 

Der Empfänger (Empfänger) nimmt wahr:

mit dem Sachohr:

Welche sachliche Information ist enthalten?

Wie ist der Sachverhalt zu verstehen?

mit dem Appellohr:

Was soll ich tun, denken, fühlen aufgrund der

Mitteilung? Was erwartet der andere von mir?

mit dem Beziehungsohr:

Wie redet der eigentlich mit mir? Wenn glaubt

er vor sich zu haben? Wie steht er zu mir? Fühlt

er sich mir über-/unterlegen/gleichrangig?

mit dem Selbstkundeohr:

Was ist das für einer? Was ist mit ihm los? In

welcher seelischen Verfassung befindet er sich

im Moment? (A.Katzer 2014)

 

Aufgrund von verschiedenen Persönlichkeiten, Stimmungen oder Situationen befinden sich Sender und Empfänger möglicherweise auf verschiedenen Ebenen der Kommunikation. Sich dessen bewusst sein hilft einem Missverständnisse aus dem Weg zu gehen und Konflikte zu vermeiden.

 „Fangen Sie immer bei sich an“

Will man sein Gegenüber richtig einschätzen können, muss man sich zuerst selbst richtig einschätzen. Fangen Sie deshalb bei sich selbst an. Was sind Sie für ein Kommunikationstyp? Wie reagieren Sie auf andere Menschen, sind sie sachlich, verstehen Sie oft Anweisungen persönlich oder betrachten Sie diese als wertend, oder werten Sie sogar selbst über Ihre Mitmenschen? Es gibt zum Zwecke der Selbsteinschätzung im Internet eine Fülle von Selbsttests die einem helfen sich selbst etwas besser einzuschätzen. Achten Sie allerdings immer auf seriöse Quellen und machen Sie möglichst mehrere verschiede Tests um die Validität und die Reliabilität zu gewährleisten. Wenn Sie glauben Ihren typ richtig einschätzen zu können, versuchen Sie im Verlauf von Gesprächen mit den Mitarbeitern und Kollegen darauf zu achten wie Ihre Worte aufgenommen werden. Versuchen Sie plastisch auf jede Persönlichkeit, Situation oder Stimmung zu reagieren um Missverständnisse möglichst zu vermeiden. Sollten Sie einmal doch falsch verstanden worden sein, haken Sie nach und stellen den Inhalt ihrer Botschaft noch einmal deutlich in den Vordergrund. Achten Sie darüberhinaus darauf wie Sie selbst Botschaften entgegennehmen, machen Sie sich klar ob Sie gerade durch die Situation oder durch Ihre Stimmung die Botschaft falsch aufnehmen.

Sollte es Ihnen gelingen die richtige Kommunikationsebene mit Ihren Mitmenschen zu finden, wird sich das Miteinander in Ihrem Umfeld deutlich verbessern, Ihre Mitarbeiter und Kollegen werden Sie besser verstehen und sie werden diese öfter richtig einschätzen können.

 

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