Das Modell der vier Ohren

Welcher Kommunikationstyp sind Sie?

 

Wir haben als Führungskräfte im Berufsalltag mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Charakteren zu tun. Die richtigen Worte und den richtigen Tenor für jede Persönlichkeit zu finden ist ein Teil der großen Kunst der Menschenführung. Hierzu kann das Modell der vier Ohren eine große Hilfe sein.

„Wahrnehmung ist nicht gleich Wirklichkeit“

Es ist wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass es große Diskrepanzen gibt zwischen dem was man sendet und dem was das Gegenüber empfängt. Menschen sind keine Weiterleitungsautomaten die Daten im unverarbeitetem Zustand wiedergeben. Vielmehr findet in jedem Menschen eine Verarbeitung des Inputs statt. Diesen Prozess bezeichnen Psychologen als ,top-down“ processing. Die Verarbeitung wird immer von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Hierunter fallen z.B. der jeweilige Kenntnisstand, die Stimmung, die Beziehung zum Sender oder die Situation selbst. Sobald man sich dieser Tatsache bewusst ist, kann mit mithilfe des vier-Ohrenmodells eine schnelle und übersichtliche Klassifizierung der Menschen vornehmen mit denen man kommunizieren möchte.

Welche Kommunikationstypen gib es?

Der Sprecher (Sender) teilt mit:

mit dem Sachmund:

sachliche Informationen, wie ist der

Sachverhalt zu verstehen.

mit dem Appellmund:

Was soll der andere tun, denken oder

fühlen. Was vom anderen erwartet wird.

mit dem Beziehungsmund:

wie er zu den anderen steht, ob er ihn

akzeptiert, wertschätzt, liebt, missachtet,

abwertet, ob er sich ihm über-/unterlgen

/gleichrangig   fühlt.

mit dem Selbstkundgabemund:

was er für einer ist, was mit ihm los ist, in

welcher seelischen Verfassung er sich im

Moment befindet. (A. Katzer 2014)

 

Der Empfänger (Empfänger) nimmt wahr:

mit dem Sachohr:

Welche sachliche Information ist enthalten?

Wie ist der Sachverhalt zu verstehen?

mit dem Appellohr:

Was soll ich tun, denken, fühlen aufgrund der

Mitteilung? Was erwartet der andere von mir?

mit dem Beziehungsohr:

Wie redet der eigentlich mit mir? Wenn glaubt

er vor sich zu haben? Wie steht er zu mir? Fühlt

er sich mir über-/unterlegen/gleichrangig?

mit dem Selbstkundeohr:

Was ist das für einer? Was ist mit ihm los? In

welcher seelischen Verfassung befindet er sich

im Moment? (A.Katzer 2014)

 

Aufgrund von verschiedenen Persönlichkeiten, Stimmungen oder Situationen befinden sich Sender und Empfänger möglicherweise auf verschiedenen Ebenen der Kommunikation. Sich dessen bewusst sein hilft einem Missverständnisse aus dem Weg zu gehen und Konflikte zu vermeiden.

 „Fangen Sie immer bei sich an“

Will man sein Gegenüber richtig einschätzen können, muss man sich zuerst selbst richtig einschätzen. Fangen Sie deshalb bei sich selbst an. Was sind Sie für ein Kommunikationstyp? Wie reagieren Sie auf andere Menschen, sind sie sachlich, verstehen Sie oft Anweisungen persönlich oder betrachten Sie diese als wertend, oder werten Sie sogar selbst über Ihre Mitmenschen? Es gibt zum Zwecke der Selbsteinschätzung im Internet eine Fülle von Selbsttests die einem helfen sich selbst etwas besser einzuschätzen. Achten Sie allerdings immer auf seriöse Quellen und machen Sie möglichst mehrere verschiede Tests um die Validität und die Reliabilität zu gewährleisten. Wenn Sie glauben Ihren typ richtig einschätzen zu können, versuchen Sie im Verlauf von Gesprächen mit den Mitarbeitern und Kollegen darauf zu achten wie Ihre Worte aufgenommen werden. Versuchen Sie plastisch auf jede Persönlichkeit, Situation oder Stimmung zu reagieren um Missverständnisse möglichst zu vermeiden. Sollten Sie einmal doch falsch verstanden worden sein, haken Sie nach und stellen den Inhalt ihrer Botschaft noch einmal deutlich in den Vordergrund. Achten Sie darüberhinaus darauf wie Sie selbst Botschaften entgegennehmen, machen Sie sich klar ob Sie gerade durch die Situation oder durch Ihre Stimmung die Botschaft falsch aufnehmen.

Sollte es Ihnen gelingen die richtige Kommunikationsebene mit Ihren Mitmenschen zu finden, wird sich das Miteinander in Ihrem Umfeld deutlich verbessern, Ihre Mitarbeiter und Kollegen werden Sie besser verstehen und sie werden diese öfter richtig einschätzen können.

 

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